Seit seiner Gründung in 1998 betreut Eco’Diagnostic das Sekretariat der Stiftung des Observatoire de la Finance.

Ursprung der Stiftung

Anfangs der 90er Jahre beauftragte die Stiftung „Charles-Léopold Mayer pour le Progrès de l'Homme“, Paris und Lausanne, Eco'Diagnostic eine kurze Studie über die eigentliche Rolle der Börse, sowie die rasante Entwicklung der Finanzmärkte auszuarbeiten. Der Erfolg der in Französisch und Englisch erschienenen Broschüre „Marchés financiers: une vocation trahie? / Financial Markets: Mission impossible?“ legte den Grundstein für die Arbeit des Observatoire, sich für mehr individuelle und kollektive Verantwortung im Finanzwesen einzusetzen.

Ziele

Die Hauptaufgabe des „Observatoire de la Finance“ besteht darin, das Gemeinwohl in den Finanzmärkten vermehrt zu berücksichtigen und zu fördern. Dies geschieht durch eine unabhängige, zeitgemässe, kritische und interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den Fakten und dem Funktionieren der Finanzmärkte und ihrer Institutionen. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt die Finanzakteure auf der Suche des Gemeinwohls, das heisst nach einer Abstimmung zwischen den Interessen aller an den Finanzmärkten Beteiligten zu unterstützen. Dazu führt das „Observatoire“ Forschungsprojekte aus, leitet Diskussionsrunden, und organisiert Seminare, Konferenzen und Ausbildungsgänge, und gibt die vierteljährliche Zeitschrift „Finance & Bien commun /Finance & Common Good“ heraus.

Das Observatoire de la Finance arbeitet mit den im Finanzsektor tätigen Personen und Institutionen zusammen. Dazu gehören neben den Finanzunternehmen und Banken deren Berufsverbände, die staatlichen und privaten Einrichtungen, die mit der Regulierung und der Überwachung der Banken und Finanzmärkten beauftragt sind. Die Universitäten und Medien, sowie die verschiedenen Organisationen der Zivilgesellschaft sind weitere Ansprechpartner des „Observatoire de la Finance“.

An- und Einsichten

Die derzeitigen Turbulenzen an den Finanzmärkten sind ungeachtet ihrer unmittelbaren Folgen grundsätzlich systemischer Art. Sie sind Symptom des zunehmenden Drucks der Finanzialisierung, der schwer auf unserem auf politischer und wirtschaftlicher Freiheit basierenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem lastet und dessen materielles, soziales, intellektuelles und ethisches Fundament zerbröckeln lässt. Wenn dies nicht erkannt und geändert wird, droht die unmittelbare Gefahr, dass sich die soziale Marktwirtschaft in kurzer Zeit von ihrer eigentlichen Bestimmung, die Würde, den Wohlstand und die Wohlfahrt der Menschen zu fördern abwendet.


Das „Observatoire de la Finance“ hat seit der Gründung vor mehr als zehn Jahren den Prozess der Finanzialisierung unter allen Gesichtspunkten gründlich analysiert: die technischen und ökonomischen Dimensionen, sowie ihre Modelle und dahinterliegenden Werte. Die Synthese dieser Arbeiten wurde in Buchform in französischer und englischer Sprache veröffentlicht. Eine deutsche Version ist in Bearbeitung und sollte im 1. Quartal 2009 erscheinen.

Auf dieser Grundlage wurde ein Manifest mit dem Titel „Für ein Finanzsystem im Dienste des Gemeinwohls“ verfasst.